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Schmerzen – Ein Denkanstoß für Leitungskräfte

HÖHER Akademie für Pflegeberufe
Redaktion: Denis Liebscher
Illustration zum Beitrag: Schmerzen – Ein Denkanstoß für Leitungskräfte

Heute mal wieder ein pflegerisch-medizinischer Blogbeitrag zum Thema Schmerz. Wobei es genau genommen eher um den Managementaspekt geht. Es macht Sinn bei dieser Thematik als Leitungskraft mal einen Perspektivwechsel durchzuführen und auch den eigenen Standpunkt zu überdenken. In der Alltagsroutine entstehen zum Thema Schmerz häufig Situationen, die überfordernd sind, die Pflegende und auch Bewohner/Patienten an ihre Grenzen bringen und auch Situationen, welche Ignoranz, Scham und Angst auslösen.

Lesezeit: 2 Minute / 403 Wörter

Schmerzen. Ein Denkanstoß für Leitungskräfte (Teil1)

Nicht umsonst gibt es den Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege, der seit der Aktualisierung 2020 akuten und chronischen Schmerz in einem Standard zusammenfasst und deutlich auf Handlungsmöglichkeiten hinweist.

Wenn Sie als Leitungskraft nicht versäumt haben diesen in der Einrichtung zu schulen, dann sind sie zumindest was den formalen Teil betrifft auf der sicheren Seite.

Der Blick in die Praxis der Schmerzversorgung

Wie sieht es aber in der Realität aus? Wie viele Bewohner/Patienten haben Schmerzen und wie viele davon können diese auch äußern bzw. äußern diese? Wird Rücksicht auf Zeiten im Tagesablauf genommen bezüglich Mobilisation, Verbandwechsel und Weiteres?

Wie oft sind Mitarbeiter auch mal vorbeigelaufen oder haben Schmerzen nicht ernst genommen, weil „es doch garnicht sein kann, dass die oder der schon wieder jammert oder nach einem Schmerzmedikament fragt“. Wie ist der Umgang mit Schmerzen von Bewohner/Patienten in dem Haus/auf der Station wo Sie Leitung sind?

Wie gehen Sie persönlich mit Schmerzen um? Ist allen Mitarbeitern klar, dass Schmerzen etwas höchst Individuelles sind, was man zwar mit Hilfe einer Skala teilweise objektivieren kann und dennoch bleibt ein hoher Anteil an Subjektivität. Keiner von uns fühlt den Schmerz des anderen wirklich. Wir können nur erahnen, das etwas „sehr weh tun muss“. Ein wirkliches Urteil darüber kann sich keiner erlauben und trotzdem müssen wir in der Lage sein Schmerzen einzuschätzen und professionell zu reagieren. Klassische Fehler, die passieren sind: Pflegende unterschätzen Schmerzen und geben zu wenig Analgetika, Ärzte unterschätzen Schmerz und ordnen zu wenig Analgetika an und Patienten/ Bewohner melden sich nicht rechtzeitig und erdulden Schmerz aus Angst und Scham (Uniklinikum Münster 2013).

Rechtliche Verantwortung bei der Schmerztherapie

Wird eine medizinisch gebotene Schmerztherapie vorenthalten, kann das als Körperverletzung durch Unterlassen strafbar sein (§§ 223, 13 StGB).

Der Expertenstandard geht unter anderem auch auf die Selbstpflegekompetenz der Betroffenen ein, die verstärkt dabei helfen soll, dass Gefühl von Abhängigkeit und Hilflosigkeit zu verringern. Allerdings kommt diese auch an seine Grenzen bei sehr stark beeinträchtigten Bewohnern/Patienten und umso wichtiger ist das Bewusstsein, dass im Umgang mit Schmerz eben doch einige Dinge zu bedenken sind und eine gewisse Achtsamkeit für die Individualität und die unterschiedlichen Schmerzgeschichten von Menschen sollte vorhanden sein.

Quellen:

DNQP: Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege, Aktualisierung 2020, Auszug, dnqp.de

Klinikum Oberberg: Rechtliche Grundlagen in der Schmerztherapie, klinikum-oberberg.de

Aktualisiert am 02.09.2026.

Alle Beiträge zum Thema „Schmerzen“ im Überblick

  1. Schmerzen – Ein Denkanstoß für Leitungskräfte – Teil 1
  2. Schmerzen – Ein Denkanstoß für Leitungskräfte – Teil 2
  3. Pflege bei Schmerzen Teil 1 – ein (persönlicher) Erfahrungsbericht
  4. Pflege bei Schmerzen Teil 2 – Grundlagen der Schmerzeinschätzung
  5. Pflege bei Schmerzen Teil 3. Maßnahmen und Standardfehler

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